Küchen

Am Anfang war das Feuer...
Es begann mit einem einfachen Steinkreis, der Feuerstelle. Die Hitze der lodernden, alles zerstörenden Flamme war gebändigt und wurde nun zur Quelle von Wärme und Kraft, zur Lebensvoraussetzung für die Menschen der Frühzeit, zum gesellschaftlichen und zum kulturellen Mittelpunkt.
Hier, im Angesicht der züngelnden Flammen wurden all unsere gesellschaftlichen Regeln begründet und beschlossen.
Und wieder sammeln wir uns um das Feuer
Weil wir auf der Suche nach dem Ursprung sind, kehren wir dorthin zurück. Wir möchten uns am Feuer versammeln, in der Küche. Und sie will uns helfen, so selbstverständlich und unsichtbar wie der Dienstbote und dabei glänzen wie die Gastgeberin selbst an einem schönen Abend. Unsere Küche ist jemand, dem wir gern erlauben über uns zu sprechen, und sind nicht zu streng mit ihr, wenn sie ein paar Worte über das verliert, was uns wichtig ist und uns jeden Tag Freude bereitet.
Geächtet und geachtet
Im Laufe der Geschichte veränderte sich unsere Haltung dem Urelement gegenüber, wurde aus der Feuerstelle der Herd im Zentrum des Hauses, dann die Kochstelle in der Mitte der Küche. In Zeiten der Hochkultur geschah es, daß man den Küchenraum aus dem gesellschaftlichen Zentrum verbannte. Die Arbeiten ließ man nun von dahinhuschenden Dienstboten verrichten. In kärgeren Zeiten rückte sie dafür stärker in den Mittelpunkt, streifte die Maske des gesellschaftlichen Schauspiels ab.
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